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Serie ‘Zum Ende des Lebens’ – Teil 2: Was passiert nach einem Todesfall?

Unmittelbar nachdem ein Mensch gegangen ist, setzen festgelegte Routinen ein. Ein Arzt oder ein Notarzt stellen den Tod fest, ein Rechtsmediziner stellt den Totenschein aus, die Angehörigen müssen sich um die Bestattung kümmern. Was jedoch genau passiert und was zu beachten sein kann, lesen Sie im nachfolgenden Artikel mit einer aufschlussreichen Grafik…

Die allererste Frage ist das „WO“

Ein Mensch, der im Krankenhaus oder in einem Hospiz verstirbt, steht meistens am Ende einer Krankengeschichte die dem Personal genau bekannt ist, im Alten- oder Pflegeheim ist es ähnlich. Der Tod wird dann vom diensthabenden Arzt festgestellt, der im Anschluss – nach einer gründlichen Untersuchung und sofern keine Zweifel an einem natürlichen Tod auftauchen – den Totenschein ausfüllt.

Sollte der Tod zuhause oder an einem anderen Platz eintreten, wird in den meisten Fällen der Notarzt oder die Feuerwehr benachrichtigt. Die anwesenden Notfall-Ärzte könnten dann – nach einer gründlichen Untersuchung – ebenfalls den Tod bescheinigen, oftmals wird diese Aufgabe jedoch der Polizei bzw. dem Gerichtsmediziner überlassen.

Den Totenschein darf übrigens von jedem Arzt der Humanmedizin – außer von Zahnärzten – ausgestellt werden, er ist die Grundvoraussetzung für die Sterbeurkunde, die jedoch gesondert durch die Angehörigen beim Standesamt beantragt werden muss.

Das nachfolgende Diagramm gibt genaueren Aufschluss (Klick auf die Grafik öffnet ein PDF)

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Vorlage: Florian Rauch / AETAS – Vortrag ‘Den Tod begreifen’

Die zwei Teile des Totenscheines

Der Totenschein umfasst insgesamt vier Seiten und ist juristisch genau geregelt. Er besteht aus zwei getrennten Teilen, die in zwei Umschlägen – einem vertraulichen und einem nicht-vertraulichen – aufgeteilt werden.

Im nicht-vertraulichen Teil werden Namen, Geschlecht, Geburtsdatum und -ort, der aktuelle Wohnsitz, der Sterbezeitpunkt, die Todesart und der zuletzt behandelnde Arzt angegeben. Außerdem werden der Name des ausstellenden Arztes und Warnhinweise auf z.B. eine infektiöse Krankheit hier vermerkt. Der vertrauliche Teil des Totenscheines beinhaltet weitere Informationen zur Todesursache und gibt u.a.  Auskunft über die festgestellten Anzeichen des Todes und zur Klassifikation der Todesursache.

Den nicht-vertraulichen Teil benötigen Sie zur Vorlage bei den Behörden, der vertrauliche Teil hat je nach Bundesland verschiedene Aufgaben. In der Regel muss er jedoch an das Gesundheitsamt weitergegeben werden oder bei Feuerbestattung an das entsprechende Krematorium.

Der ‚nicht-natürliche‘ Tod

Verstirbt ein Mensch z.b. alleine in seinen eigenen vier Wänden oder auf offener Straße, ist auch die Polizei vor Ort, die dann einen Gerichtsmediziner mit der Leichenbeschau beauftragt. Vermutet dieser einen ‚nicht-natürlicher‘ Tod, wird der Leichnam beschlagnahmt und zur weiteren Untersuchung in die Gerichtsmedizin gebracht.

Dort wird der Fall einem Staatsanwalt vorgelegt, der dann anhand der Befunde und ergänzenden Unterlagen entscheiden muss, ob eine Obduktion durchgeführt oder der Tote freigegeben wird. Sollte eine Obduktion angeordnet werden, kann der/die Verstorbene erst danach durch einen Bestatter abgeholt werden.

Ein wichtiger Hinweis bezüglich SAPV

Seit Einführung der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung (SAPV) in 2007 ist es todkranken Patienten möglich, auch die Endphase Ihrer Krankheit bis zum Tod in den eigenen vier Wänden zu durchleben.

Begleitet und ärztlich betreut werden Sie dabei von sogenannten SAPV-Teams, denen jeweils ein Arzt sowie eine Palliativ Care-Fachkraft angehören und die den Zustand und die Symptome des Patienten genauestens kennen. Im Falle des Todes sollten daher auch ausschließlich dieses Team benachrichtigt werden, um eventuelle – die Todesursache betreffende – Irrtümer von vorneherein auszuschließen.

Denn immer wieder landen die Verstorbenen erst einmal in der Gerichtsmedizin, weil die gerufenen Notfallärzte die Symptome nicht zuordnen und damit die Situation nicht richtig bewerten konnten.

Übrigens: In allen Fällen habe die Angehörigen die freie Bestatterwahl, das heißt sie können IMMER selbst bestimmen wen Sie beauftragen wollen und unterliegen dabei keiner Beschränkung.

Im dritten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit den Thema ‘Bestattungen’ und zwar vor allen mit den sehr individuellen Möglichkeiten, die es gibt. Wir klären Sie darüber auf was möglich ist, was man möglich machen kann und wo die Grenzen liegen.

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Der Beitrag ”Zum Ende des Lebens’ – Teil 2: Was passiert nach einem Todesfall’ erschien zuerst auf dem SinnVoll-Trauern Blog
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