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‚Leben und Tod 2017‘ „Es ist Zeit…“

Am 12. und 13. Mai 2017 ist es wieder soweit. Zum mittlerweile 8.ten Mal öffnet der Fachkongress rund um das Thema ‚Tod‘ seine Pforten für Fachteilnehmer und Interessierte und eröffnet die Veranstaltung mit Eckhard von Hirschhausen.

Die nachstehende Pressemitteilung gibt einen Vorgeschmack auf das was wir erwarten dürfen:

Perspektiven auf die Zeit am Ende des Lebens

8. Fachkongress thematisiert Probleme und Herausforderungen

Quantität und Qualität sind etwas Grundverschiedenes – das wussten schon die Griechen der Antike und unterschieden darum „Chronos“ und „Kairos“, die messbare, vergehende Zeit und den richtigen, günstigen Zeitpunkt zum Handeln. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die achte LEBEN UND TOD am Freitag und Samstag, 12. und 13. Mai 2017 unter dem Motto „Es ist Zeit…„. Den Eröffnungsvortrag hält in diesem Jahr Eckart von Hirschhausen. „Wir freuen uns sehr, den vielbeschäftigten Mediziner und Komiker dafür gewonnen zu haben“, sagt Projektleiterin Meike Wengler bei der Messe Bremen. „Darüber hinaus haben wir ein facettenreiches Programm zusammengestellt, in dem Zeit eine Hauptrolle spielt.“

„Keine Lebenszeit von Patienten verschwenden!“ fordert zum Beispiel Matthias Dittrich vom Deutschen Berufsverband für

2014 (c) MESSE BREMEN / Michael Bahlo – Die LEBEN UND TOD bricht mit Tabus – wie dem, dass mit dem Tod nicht zu spaßen ist.

Pflegeberufe in seinem Vortrag für den Fachkongress im Rahmen der LEBEN UND TOD. Er meint damit, dass Pflegende schon um ihrer selbst willen achtsam mit Sterbenskranken umgehen sollten – „was sie in den kostbaren letzten Lebenstagen übersehen oder versäumen, ist endgültig verpasst.“ Trotz Zeitnot, trotz notwendiger Routinen in Arbeitsabläufen und professioneller Distanz gebe es Momente, in denen man alles stehen- und liegenlassen müsse, um notwendige Begegnung möglich zu machen. Dieser ethischen Herausforderung müsse man sich stellen. Dafür müssen Pflegende, die Sterbende begleiten, Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Mut entwickeln, ist Dittrich überzeugt.

Vielfach ist diese Herausforderung auch eine ganz praktische: Wegen Personalknappheit unter ständigem Druck arbeiten zu müssen und zu wenig Zeit fürs Zwischenmenschliche zu haben, das beklagen viele Pflegende. In Altenheimen oder Krankenhäusern sind sie oft zusätzlich durch Überstunden belastet. „Der Personalschlüssel ist demgegenüber auf Palliativstationen und in Hospizen wesentlich günstiger“, sagt der Leiter des Oldenburger Hospizes, Andreas Wagner. Darum hielten Außenstehende die Arbeit für stressfrei. Eine Podiumsdiskussion solle deutlich machen, dass in diesen Berufsfeldern eigene Belastungsfaktoren gelten.

2016 (c) MESSE BREMEN / Jan Rathke – Die LEBEN UND TOD gehört inzwischen zu den wichtigen Veranstaltungen für Mitarbeiter in Pflege, Hospiz, Seelsorge und Trauerbegleitung aus ganz Deutschland entwickelt.

„So kommen zum Beispiel Sterbenskranke heute oft nur Tage vor ihrem Tod ins Hospiz und eine hospizliche Begleitung, wie wir sie uns für die Betroffenen und ihre Familien wünschen, ist dann nur schwer möglich“, erläutert Wagner. „Durch das Sinken der Verweildauer steigt auch die Belastung für die Mitarbeitenden.“

Mit Enttäuschung beruflicher Ansprüche fertig zu werden, das gelinge nicht allen, weiß der Supervisor Andre Müller. Er trainiert Menschen, die in emotional schwierigen Umgebungen arbeiten, und wird erläutern, wie man sich vor Burn-out schützen kann. „Am Anfang steht Verständnis der Situation“, so Wagner. Sonst bleibe man im „Ohnmachtszirkel“ stecken, wie Müller ein von ihm entdecktes Bedingungsgefüge nennt und durch Personenaufstellungen verdeutlichen will.

Der Kongress hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Termin für Mitarbeiter in Pflege, Hospiz, Seelsorge und Trauerbegleitung aus ganz Deutschland entwickelt, bei dem beruflich Pflegende Fortbildungspunkte erwerben können. Außergewöhnlich ist die Veranstaltung, weil sie manche Themen zugleich einem breiten Publikum nahebringt. So geht es diesmal in den offenen Vorträgen zum Beispiel um Trauer am Arbeitsplatz oder trauernde Männer.

Auf der begleitenden Messe stellen rund 120 Aussteller Informationen, Produkte und Dienstleistungen rund um die Veranstaltungsthemen vor. Hier sind zum Beispiel Klangschalen, Aromaöle, Trauerkarten, Trauerschmuck oder handgemachte Urnen erhältlich. Die Besucher können zudem mit Sterbeammen, Verbraucherschützern und Bundesverbänden sowie anderen Fachleuten ins Gespräch kommen.

Mehr Infos finden Sie unter der Homepage des Kongresses www.leben-und-tod.de.

Die „Leben und Tod“ findet vom 12. bis 13. Mai 2017 in der Messe Bremen statt. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr, das einfache Ticket gibt es ab 5 Euro, der Kongress beginnt bei 25 Euro. Seit ihrem Start 2010 zog die Veranstaltung kontinuierlich mehr Menschen an. 2016 konnten 3.826 Fachteilnehmer und andere Interessierte gezählt werden.

Weitere Beiträge zur Messe finden Sie hier:

Unser Besuch auf der ‚Leben und Tod 2015‘

Vorankündigung ‚Leben und Tod 2016‘

Trost-Shop auf der ‚Leben und Tod 2016‘

 

Der Beitrag ‚Neues zur ‚Leben und Tod 2017′‘ in Bremen‘ erschien zuerst auf dem SinnVoll-Trauern Blog

Bildmaterial: Susanne Krieger (Banner) – MESSE BREMEN/Michael Bahlo

 

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