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In alle Winde verstreut – Lockerung des Friedhofszwangs

In alle Winde verstreut – Lockerung des Friedhofszwangs

Schon im preußischen allgemeinen Landrecht von 1794 wurde festgelegt was mit Verstorbenen geschehen soll und diese Verordnung gilt in Deutschland bis heute: Überreste eines Menschen müssen in einem zu diesem Zweck gewidmeten Ort bzw. in einer pietätsgenehmigten Fläche verbracht werden. Opa’s Bestattung “unter seinem Lieblingsbaum im eigenen Garten” ist somit nicht möglich. Mit dem 01.01.2015 hat das Bundesland Bremen seine Friedhofsordnung liberalisiert. Was genau das bedeutet lesen Sie in unserem Artikel:

Der ‚gute, alte‘ Friedhofszwang

Seit Jahrhunderten müssen in Deutschland die Überreste eines Menschen – bis auf einige klar definierte Ausnahmen (z.B. kirchliche und weltliche Würdenträger) – in einem Friedhof bzw. in einem Friedwald bestattet werden. Bei einer Urnenbeisetzung wird der Leichnam vorher verbrannt und die Asche in eine Aschkapsel gefüllt. Diese wird zur Beisetzung direkt an den Friedhof geschickt bzw. an einen Bestatter übergeben. Eine persönliche Übergabe an die Hinterbliebenen ist nicht erlaubt.

Andere Länder, andere Sitten

In anderen Ländern (z.B. Schweiz oder USA) gelten andere Regeln. Dort wird die Asche direkt an die Angehörigen übergeben und die Beisetzung kann individuell erfolgen: Auf der Wiese, im eigenen Garten oder überhaupt nicht… und dann steht die Urne in Regal.

Diese Vorbilder lassen die Nachfrage nach alternativen Bestattungsmethoden auch in Deutschland wachsen und findige Firmen im Ausland bemühen sich auch schon, diesem Wunsch Folge zu leisten: So gibt es im europäischen Ausland bereits Unternehmen die Leichen aus Deutschland in ihr Land einführen,  dort kremieren und die Asche in umdeklarierten Urnen zurückzuschicken. Und die fallen dann nicht mehr unter den Friedhofszwang.

Ob das der richtige Weg ist? Teuer ist es auf jeden Fall.

Bremen geht seinen eigenen Weg

Seit Anfang des Jahres hat Bremen sein Bestattungsgesetz reformiert. Wer jetzt aber Hoffnung schöpft in dem Bundesland seien jetzt Bestattungen á la USA möglich, der wird enttäuscht. Das Bestattungsgesetz des Bundeslandes Bremen wurde in folgenden Punkten lediglich aufgeweicht:

Das Ausbringen von Asche ist auf dem Gebiet des Landes Bremen ist nun laut außerhalb von Friedhöfen zulässig, wenn

die verstorbene Person eine schriftliche Verfügung zum Verstreuungsort erlassen hat und eine Person zur Totenfürsorge bestimmt hat und

sich der Ausbringungsort entweder auf privatem Eigentum befindet oder im Eigentum der Stadtgemeinden Bremen oder Bremerhaven und explizit dafür ausgewiesen wurde und

die benachbarten Grundstücke nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werden.

Sollte eine Beeinträchtigung der Nachbargrundstücke gegeben oder zu befürchten sein, kann die Erlaubnis zurückgezogen werden. Und beim Ausbringen der Asche auf Privatgrund muss der Totenfürsorgeberechtigte spätestens zwei Wochen nach der Ausbringung eidesstaatlich versichern, dass er die Asche entsprechend der behördlichen Zustimmung und der Verfügung der verstorbenen Person ausgebracht hat.

Also ist das Szenario von ‚Oma’s Urne auf dem Kaminsims‘ doch noch in weiter Ferne.

Übrigens: Diese Regeln gelten nur für Verstorbene die Ihren letzten Hauptwohnsitz im Lande Bremen hatten. Alle anderen Bundesländer lassen derzeit überhaupt keine Ausnahmen zu.

Weiter Informationen zu Regelungen bei der Gestaltung einer Grabstätte finden Sie auch in unserem Artikel ‘Wie ist das mit den Grabdenkmälern?’

In meinem nächsten Blogbeitrag gibt es wieder ein Interview. Dieses Mal mit dem Long Distance Biker und Coach Hermann Plasa. Ich würde mich freuen wenn Sie wieder dabei wären, tragen Sie sich in unserem Newsletter ein, damit Sie diesen Beitrag nicht verpassen.

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Quellenangabe: Bestattungsgesetz des Landes Bremen – Stand 01.01.2015

 

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