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Wie stellt sich die Private Krankenversicherung zu den Themen ‘ambulante Palliativversorgung / stationäre Behandlung im Hospiz?’

Das neue Palliativgesetz ist mittlerweile ein großes Thema und in diesem werden auch Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Palliativ- und Hospizbereich geregelt (siehe auch Artikel vom 25.05.2015). Aber wie sieht das im Bereich der privaten Krankenversicherungen aus? Welche Leistungen werden erstattet und in welchem Umfang? Wir haben einen renommierten Versicherungsmakler, die Firma Kuchenbaur GmbH gebeten für uns doch mal nachzufragen. Nachstehend einige interessante Informationen:

Sinnvoll Trauern:

Wie stellt sich die Private Krankenversicherung zu den Themen ambulante Palliativversorgung und stationäre Behandlung im Hospiz?

Daniela Kuchenbaur:

Wir haben die gängigen privaten Krankenversicherungsgesellschaften zu diesem Thema befragt und folgende Gesellschaften haben uns hier bisher Auskunft erteilt: Barmenia, Axa, Continentale, Signal-Iduna, SDK, Inter, Münchener Verein, Deutscher Ring, Arag, Hallesche, Hanse-Merkur.

Zuerst einmal muss man hier unterteilen zwischen den Bereichen private Vollkostenversicherung und private Zusatzversicherung.

Private Zusatzversicherungen:

Aus dem Bereich der privaten Zusatzversicherung besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Erstattung, da die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung und die Leistungen der GKV gemeinsam 100% der Kosten abdecken sollen, die in diesem Bereich anfallen. Ich sage hier ganz bewusst „abdecken sollen“.

Dies bedeutet nämlich ausschließlich eine Grundversorgung, die medizinisch notwendige Leistungen erbringt. Private Zusatzversicherungen, die für Bereiche wie die stationäre Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Privatklinik etc. Leistungen erbringen, leisten im Allgemeinen für die Palliativversorgung nicht, weil diese Leistungen zur Pflegeversicherung gerechnet werden. Sprich –wenn der behandelnde Arzt entscheidet, dass der Patient austherapiert ist, dann fühlt sich die Private Zusatzversicherung nicht mehr zuständig. Es mag einzelne ambulante Tarife geben, die hier freiwillige Leistungen erbringen, aber dies muss von Fall zu Fall vorab geklärt werden.

Private Vollkostenversicherung:

Bei den privaten Vollkostenversicherungen fällt die Vorleistung der GKV nicht an. Hier haben sich die Privaten Krankenversicherungsgesellschaften mittlerweile auf eine gemeinsame Verfahrensweise geeinigt. In den neuen Unisex-Tarifen wird entsprechend den Leistungen der GKV erstattet. Dies bedeutet Leistung im ambulanten und stationären Bereich durch geschultes Personal aber ohne privatärztliche Versorgung oder höhere Gebührenordnungssätze.

Es soll hier ganz bewusst das Zweiklassensystem im Hospiz vermieden werden.

In den „alten Bisex-Tarifen“ sind die Leistungen bei Paliativbehandlung noch nicht erwähnt, aber auch hier wird freiwillig entsprechend den gesetzlichen Vorgaben geleistet. Die Conti erstattet laut eigenen Angaben Leistungen der SAPV (spezialisierte Ambulante Palliativversorgung), wenn diese als ärztliche Leistungen erbracht werden, sei es ambulant oder stationär in einem Hospiz. Nicht erstattet werden bei privat versicherten Patienten höhere Pauschalen für Leistungspakete, sondern es wird ausschließlich analog der GKV erstattet. Auch Laienpflege ist nicht erstattungsfähig.

Die Barmenia, Signal-Iduna und Hallesche bestehen auf eine Vorprüfung durch die Pflegepflichtversicherung und erstatten dann nach deren Vorleistung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass bei der Palliativbehandlung der PKV-Patient dem GKV-Patienten gleichgestellt ist. Es werden dem PKV-Patienten aber auch dann keine zusätzlichen Kosten erstattet, die durch bessere Unterbringung, bessere Medikamente oder bessere Betreuung entstehen, wenn dies normalerweise bei den PKV Zusatz- oder Vollkosten-Tarifen vereinbart ist.

Für weitere Informationen steht ihnen Daniela Kuchenbaur (Fa. Kuchenbaur GmbH) unter der Rufnummer 08142-4208000 bzw. per Mail unter info[a]kuchenbaur-versicherungen.de gerne zur Verfügung.

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen zu diesem oder anderen Themen? Schreiben Sie uns, wir freuen uns über Themenvorschläge.

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