Der Tod gehört zum Leben

Interview ‘Quo Vadis’ – 2010

Die Diplompädagogin Eva-Maria Popp zeigt Wege auf, wie man lernt, mit dem Tod umzugehen.

Interview mit Quo Vadis als PDF

Quo Vadis: Frau Popp, Sie bieten Ausstellungen und Workshops zum Thema „Umgang mit dem Tod“ an. Warum braucht unsere Gesellschaft dieses Angebot?

Eva-Maria Popp: In unserem Leben gibt es nur zwei Tatsachen, die absolut sicher sind: Die Geburt und der Tod. Man sollte eher die Frage stellen, weshalb man sich nicht mit dem Thema befasst, das uns alle nicht nur einmal betrifft.

QV: Wann sollte am besten damit begonnen werden, sich mit der Endlichkeit des Lebens zu beschäftigen?

EP: Bereits im Kindergartenalter. Das ist das so genannte magische Alter. Kinder sind noch offen für Feen und gute Geister. Sie glauben an Märchen. Nehmen Dinge einfach interessiert an. Wenn hier die Weichen gestellt werden, dann wird sich dieser Mensch ein Leben lang leichter tun.

Aber spätestens dann, wenn der Mensch mit dem Tod konfrontiert wird, ist es wichtig, dass er mit jemandem offen darüber sprechen kann. Deshalb nehmen viele Bestatter unser Angebot an und laden zum Beispiel bei Firmenjubiläen oder anlässlich des Tages der Offenen Tür Menschen ein, sich mit diesem Thema auf eine sensible aber offene Weise zu beschäftigen.

QV: Wenn bereits Kinder in altersgerechter Weise diesem Thema zugeführt werden, dann bedarf es ja auch Erwachsener, die in der Lage sind, das zu tun.

EP: Ja, deshalb wenden wir uns auch an Schulen und Kindergärten. Allerdings gibt es nach wie vor an vielen Ausbildungsorten zwei Tabu-Themen: Sex und Tod. Was den Umgang mit dem Tod betrifft, gibt es sehr schöne Möglichkeiten, sich damit auseinander zu setzen. Wir haben das Gefühlpulver erfunden, mit dem Kinder ihre Gefühle malen können. In unserem Verlag sind ausgezeichnete Bücher veröffentlicht worden, durch die Eltern und Erzieher dabei unterstützt werden, ihren Kindern das Trauern und Loslassen, den Umgang mit Verlust und die Rückgewinnung der Lebensfreude zu vermitteln. Und dabei lernen die Erwachsenen auch sehr viel. Wir bieten zusätzlich Workshops zu diesem Thema an.

QV: Wie wird ihre Arbeit angenommen?

EP: Immer stärker. Selbst der Trendforscher Matthias Horx sagt eindeutig: Dieses Thema wird in den kommenden Jahren noch mehr nachgefragt werden. Wir sind bestens darauf vorbereitet.

Weil Sterben zum Leben gehört!

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