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Trost-Shop auf der ‚Leben und Tod 2016‘

Auch dieses Jahr konnte die ‘LEBEN UND TOD’ in Bremen einen Besucherrekord verzeichnen. Zum ersten Mal mit dabei: Christa und Karsten Knobbe aus Hamburg, die einen eigenen Trost-Shop betreiben. Von ihnen wollte ich wissen wie man zu so einem Geschäftsmodell kommt…

Zahlen und Fakten

Die Begegnung mit dem Endgültigen – kein leichtes Thema – trotzdem konnte die einzigartige Messe ‘LEBEN UND TOD’ in Bremen auch 2016 einen Zuwachs bei den Besucherzahlen verbuchen. In ihrem siebten Jahr kamen 3.826 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus Hospizarbeit, Seelsorge, Palliativpflege und Trauerbegleitung, interessierte Schüler und Referendare sowie private Besucher, auch um sich bei 121 Ausstellern zum Thema Sterben, Tod und Trauer zu informieren. 2015 waren es noch 3.554.

Premiere für den Trost-Shop

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Ein Teil des Angebotes

Mitten im vielfältigen Angebot: Der ‘Trost-Shop’-Messestand mit ‘Schönem und Tröstlichen’ für Trauernde. Familie Knobbe bietet hier – von der Postkarte bis zum kostbaren Kunsthandwerk – kleine Aufmerksamkeiten und möchte so auf Ihren Online-Shop aufmerksam machen. Christa Knobbe hat sich unseren 5 Fragen gestellt und erklärt wie sie auf diese Geschäftsidee kam und wie dieses Thema sie verändert hat:

Wie sind Sie dazu gekommen sich mit dem Thema ‚Tod und Endlichkeit‘ auseinander zu setzen?

Nach fast 20 Jahren in der Online- Branche, in denen ich auch maßgeblich am Aufbau von zwei Startup Unternehmen beteiligt war, sehnte ich mich nach einer Tätigkeit mit mehr Tiefgang. Durch Zufall wurde ich dann auf einen Flyer der Hospizwoche in Hamburg aufmerksam, in dem es um eine Ausbildung zum Hospizbegleiter ging. Ich bemerkte, dass dieses Thema mich sehr ansprach und so absolvierte ich die Ausbildung und meine Tätigkeit als Hospizbegleiterin konnte beginnen.

Parallel dazu gab es in unserem Bekanntenkreis einen Todesfall und wir suchten eine passende Aufmerksamkeit für einen lieben Freund, um unserer Trauer auch einen gegenständlichen Ausdruck zu verleihen. Leider konnten wir nichts Passendes finden und so entstand die Idee anderen Betroffenen einen Online-Shop zu bieten, der genau das anbietet: Tröstliches von der Postkarte bis zum kostbaren Kunsthandwerk.

Wie hat der Umgang mit diesem Thema Ihr Leben ganz persönlich verändert?

Im Umgang mit Sterbenden wurde mir nochmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, präsent zu sein und sich auf die individuellen und abweichenden Lebensweisen einzustellen, und gemeinsam zu erarbeiten, was im Moment für die betroffenen Menschen ansteht. Diese Arbeit macht mir sehr viel Freude, deshalb habe ich mich entschlossen, zukünftig im sozialen Bereich zu arbeiten. Dafür habe ich mich jetzt auf ein Studium für Soziale Arbeit im Herbst beworben.

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrem Umfeld mit diesem Thema gemacht / Wie reagiert ihr Umfeld auf dieses Thema?

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Christa und Karsten Knobbe

Viele Freunde waren anfangs etwas erstaunt, dass ich gerade Sterbebegleitung in Betracht ziehe, fanden es aber mutig. Das Interesse an meiner Arbeit jedoch im Allgemeinen ist recht verhalten, so richtig möchte sich keiner mit dem Thema auseinandersetzen. Mit dem TROST-SHOP gibt es auch unterschiedliche Reaktionen, von ” tolle Idee”  bis „man schenkt einfach nichts, wen jemand verstirbt”. Wir denken, dass Aufmerksamkeiten auch Anteilnahme vermitteln können und Beistand zeigen, wo Worte manchmal fehlen. Aber vielleicht ist man in anderen Teilen Deutschlands da weniger verhalten als hier der Norden.

Unser Ziel ist es, Trauernden bzw. der Beschenkten etwas Heilsames zu geben, damit sie irgendwann mit vollem Herzen wieder im Leben stehen können.

Haben sie ganz persönlich den Eindruck, dass sich der Umgang mit diesem Thema im Allgemeinen ändert?

Ja, den Eindruck habe ich. Die Bestattungsunternehmen bieten immer individuellere Angebote an und gerade hier im Norden gibt es viele neue feinfühlige Angebote rund um die Trauer. Jeder hat irgendwie den Wunsch das Thema aus der staubigen Ecke herauszuholen

Was war ihr lustigstes/schönstes Erlebnis zu diesem Thema?

Die Angehörigen haben häufig sehr viel Angst, Sterbende zu besuchen. Das Angebot, sie zu begleiten, wird oft und gerne angenommen. Es ist sehr schön, zu erleben, wie erleichtert und dankbar die Angehörigen sind, den Schritt gewagt zu haben und eine Begegnung zu zulassen.

christa_knobbeZur Person:

Christa Knobbe lebt zusammen mit Ihrem Mann und Ihrer Familie in Hamburg. Seit 2015 ist sie ehrenamtliche Hospizbegleiterin und Mitinhaberin des Trost-Shops. Weitere Informationen gibt es auf der Seite www.trost-shop.de

 

 

 

Der Beitrag ‘Neues zur ‚Trost-Shop im Interview‘ erschien zuerst auf dem SinnVoll-Trauern Blog

 

 

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