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Nicht erst am Ende…. Vorsorge treffen

Um die Themen ‘Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung’ kommt man mittlerweile kaum herum. Aber wussten Sie, dass die Notwendigkeit solche Vereinbarungen zu treffen nicht erst am Ende des Lebens oder im Fall einer akuten Erkrankung wichtig sein kann?

Die Rechtsanwälte Descharmes & Güneri aus Pforzheim – die ich auf der ‚Leben und Tod 2015‘ in Bremen kennenlernen durfte – haben es sich zur Aufgabe gemacht mit ihrem mobilen Beratungsbus ‚Pegasus‘ und in Seminaren zu diesen Themen zu informieren. Nachfolgend ein Gastbeitrag von Juliette Descharmes, der ein paar Perspektiven beleuchtet, die nicht jeder ‚auf dem Radar‘ hat:

Wenn das Leben sich plötzlich ändert:

Tina hat vor kurzem erst ausgelassen ihren 25. Geburtstag gefeiert. Dann verändert ein Autounfall plötzlich ihre Welt. Tina hat zwar keine schweren äußerlichen Verletzungen, leidet dafür aber unter Angstattacken. Ihr Studium muss sie zwangsläufig beenden.

Sie zieht wieder zu ihren fürsorglichen Eltern und diese übernehmen verschiedenste Aufgaben: Sie kündigen und räumen die Studentenwohnung, organisieren Arzttermine und übernehmen den Schriftwechsel mit Behörden.

Vorsorgevollmacht für Eltern?

Ohne ausdrückliche Vollmachterteilung wäre das Handeln der Eltern nicht rechtswirksam, denn die Eltern könnten dann keine Entscheidungen im Namen ihrer Tochter treffen. Dies gilt für jede volljährige Person. Viele gehen davon aus, dass die Eltern grundsätzlich befugt sind für ihre Kinder zu handeln. Ein Irrtum!

Mit dem 18. Geburtstag ist der Einzelne für sein Leben selbst verantwortlich.

Juliette Descharmes Autorin des Beitrages
Juliette Descharmes Autorin des Beitrages

Wie ist das bei Ehepaaren?

Das gilt natürlich auch für Ehepaare, sonst ist die Verzweiflung groß, wenn der Arzt keine Auskünfte über den Gesundheitszustand des Geliebten erteilt.

Wenn man seine Geschicke nicht mehr selbst lenken kann, dann wird einem vom Gericht ein gerichtlicher Betreuer bestellt. Viele Menschen ängstigen sich vor der Vorstellung eines fremden Betreuers. Dabei wissen die Wenigsten, dass gerade auch ein Angehöriger als Betreuer gewählt werden kann, wenn er für die Aufgaben geeignet ist.

Eine gerichtliche Betreuung unterliegt zahlreichen gesetzlichen Beschränkungen. Im Einzelfall können diese Beschränkungen nicht gewünscht und für die effektive Betreuung hinderlich sein. Im besten Fall sollte deshalb bereits in jungen Jahren eine individuelle Vorsorgevollmacht erstellt werden. In dieser wird eine vertraute Person vorsorglich mit der Übernahme von Geschäften für die eigene Person betraut.

Gesundheit und Vermögen: Patientenverfügung

Dominik Güneri  Kanzlei Descharmes & Güneri
Dominik Güneri
Kanzlei Descharmes & Güneri

Es sollte immer die Vermögenssorge und die Gesundheitssorge gleichermaßen geregelt werden. Ein Bevollmächtigter dürfte dann beispielsweise über die medizinische Versorgung des hilflosen Menschen entscheiden. Im engeren, ob eine künstliche Beatmung erfolgen darf oder auch eine Magensonde gelegt werden darf.

Besonders beim heiklen Thema Organspende zeigt sich die Individualität eines jeden Menschen. In der Beratungspraxis wird deutlich, dass besonders junge Menschen eine Organspende anstreben. Mit steigendem Alter sinkt auch die Bereitschaft zur Organspende.

Wird eine Organspende abgelehnt sollte dieser Wille jedoch gesondert in einer Patientenverfügung festgehalten werden. Andernfalls kann der Bevollmächtigte nie sicher sein, richtig zu handeln.

Neben einer Organspende kann in der Patientenverfügung der Willen verankert werden, in bestimmten Krankheitssituationen ärztliche Behandlungsmaßnahmen abzulehnen. Die sehr persönliche Patientenverfügung lebt davon, nicht nur das Lebensalter, sondern gerade den Charakter, persönlichen Werdegang und die Emotionen des Erklärenden zu berücksichtigen. Je mehr individuelle Kriterien, desto sicherer die Anwendung der Patientenverfügungen durch die behandelnden Ärzte.

Damit Ihr Wille Geltung erhält, sorgen Sie vor!

Autorin: Juliette Descharmes, Rechtsanwältin bei Descharmes & Güneri in Pforzheim (www.dg-kanzlei.de/).

Sie bietet über ihr mobiles Beratungsprojekt „Pegasus“ vor Ort Beratungen für Private und Seminare in den Themen Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen an.

Haben Sie Interesse an einem Besuch des Pegasus-Busses? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir leiten Ihre Anfrage gerne weiter.

VORSCHAU:

In unserem nächsten Beitrag erfahren Sie etwas über die Erstattungsleistungen der Krankenversicherungen (privat und gesetzlich) im Bereich Palliativmedizin.

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