Projekt: Kinder und Trauer

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Projekt: „Wie ist das mit dem Tod?“

Wie Kinder lernen ‚Tod und Trauer‘ zu verstehen

Der Tod gehört zum Leben. Leider ist er in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Aus diesem Grund haben viele Erwachsene ein stark angstbesetztes Verhältnis zum Tod entwickelt.

Kinder im Alter zwischen 3 und 8 Jahren haben aus entwicklungspsychologischer Sicht ein entspanntes Verhältnis zum Tod. Diese natürliche Sicht der Dinge wird oft durch die Tabuisierung des Themas zerstört. Darum ist es sehr wichtig, dass gerade Kinder im Kindergartenalter auf sensible, aber ehrliche Weise an das Thema Tod herangeführt werden und spielerisch Trauerrituale einüben.

Zusammen mit dem VEID Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V. haben wir eine Aufklärungskonzept für Kindergarten- und Schulkinder erarbeitet.

Das Konzept

Das Projekt „Wie ist das mit dem Tod?“ wurde entwickelt, um Kinder unbelastet von einem Trauerfall an das Thema heranzuführen.

Grundlage des Konzepts sind die Kinderbücher „Tim trauert um seinen Freund“ und „Georgs Reise zu Gott“. Diese Bücher zeigen Kindern den richtigen Umgang mit der Trauer und sind sowohl zur Prävention als auch zur Akuttherapie für Betroffene geeignet.

Die Organisatoren können sich ihr Projekt aus verschiedenen Modulen individuell zusammenstellen und an einem Ort Ihrer Wahl veranstalten.

Die Module

Schauspiel: „Tim trauert um seinen Freund“

Geschulte Schauspieler spielen gemeinsam mit Plüschhund Pit und Handpuppen die Geschichte „Tim trauert um seinen Freund“. Besonders einprägsam wird das Stück durch die Einbeziehung der Kinder in kleineren Rollen.

Clown Charlie

vermitteln eine neue positive Sicht auf den Tod. Am Beispiel seines Freundes, des Hundes Pit, erklärt Charlie den Kindern, wie es sich anfühlt, Trauer zu empfinden. Die Kinder dürfen an dieser Trauer teilhaben und sich gemeinsam Trauerrituale ausdenken. Charlie bringt die Kinder zum Nachdenken und löst schwierige Situationen immer wieder humorvoll auf. So lernen sie, dem Tod lachend seinen Schrecken zu nehmen.

Improvisationstheater

Schauspieler und Clown spielt die Geschichte des trauernden Tim. Die Kinder nehmen aktiv an dem Stück teil. Im Spiel erleben sie hautnah, wie Tod und Trauer funktionieren und lernen, wie wichtig es ist, die eigenen Gefühle auszudrücken. Humorvoll und offen wird es möglich, Trauer als Prozess darzustellen. Die Kinder durchleben die Trauerphasen spielerisch und lernen, dass nach der Trauer auch immer wieder die Lebensfreude kommt.

Literaturempfehlungen zum Thema

Eine Literaturliste vermittelt durch Kurzrezensionen einen Überblick über den Kinderbuchmarkt zu den Themen Tod und Trauer.

COLORI Naturpulver 

Eine Ergotherapeutin leitet Kinder dazu an, mit COLORI Naturpulver durch körpertherapeutische Techniken einen Zugang zu ihren Gefühlen zu finden. Sie lernen, sich selbst intensiv zu spüren. Die Arbeit mit COLORI ist prozessorientiert und unterstützt Trauerarbeit in jeglicher Form.

„Hallo Freude … ich finde dich!“

Lachen war schon immer die beste Medizin. Lachen befreit erstarrte Gefühle und hilft Trauer zu bearbeiten und zu überwinden. Ein Lachtherapeut arbeitet situationsorientiert und bezieht die anwesenden Teilnehmer aktiv in sein Programm mit ein. Machen Sie mit – und erfahren Sie persönlich die befreiende Wirkung des Lachens.

„Tod und Trauer BE-GREIFEN“ Ein Fortbildung für Lehrer und Erzieher

Eva Maria Popp (Dipl. Päd. Univ.) ist seit Jahren an einer Fachakademie für Sozialpädagogik als Dozentin für Psychologie, Pädagogik und Religionspädagogik beschäftigt. Ihr Fortbildungskonzept orientiert sich an dem situationsorientierten Ansatz. Teilnehmende Lehrer und Erzieher lernen praxisnah über Fallbeispiele die nötigen Theorien kennen und bekommen Handlungstools an die Hand, die ihnen den Umgang mit dem durchaus schwierigen Thema Tod und Trauer erleichtern. Ziel der Fortbildung ist es, die großen Zusammenhänge des Themas zu begreifen. Nur wer begreift kann handeln.

„Trauern will gelernt sein“ Ein Praxisworkshop für Lehrer und Erzieher

gibt einen Einblick in die Schaffenswelt von Kindern und wie sich durch TUN die Gefühle lösen und lockern. Die Fortbildung vermittelt viele Tipps und Tricks und ist geprägt durch viele praktische Beispiele.

„Den Tod sanft mit ins Leben bringen“

Susanne Krieger spricht über Ihre Erfahrungen im Hospiz und über den manchmal schwierigen Umgang mit Angehörigen.  Wie können wir unsere Wahrnehmung schulen und Konflikte damit im Vorfeld vermeiden? Und wie können wir verfahrene Situationen wieder in Fluss bringen? Sie zeigt Lösungsmöglichkeiten zum natürlichen Umgang mit dem Sterben auf und berichtet von dem Gewinn, den jeder aus der ‚Bewusstheit der Endlichkeit‘ ziehen kann.

„Wie Kinder den Tod erleben“

Eva-Maria Popp spricht über die psychologischen Faktoren des kindlichen Todesverständnisses. Kinder verstehen den Tod in seiner ursprünglichsten Form und erfassen ihn intuitiv. Wenn sie gut begleitet werden, können sie in ihrem zukünftigen Leben mit Verlusten besser umgehen.

Aktionskoffer: „Wie ist das mit dem Tod?“

Mit Hilfe von spezifischen Büchern und Filmen kann die Kindergruppe auf das Thema eingestimmt werden. Es werden wichtige Basisinformationen vermittelt und somit die Grundlage für die spielerische Auseinandersetzung der Kinder mit der Thematik geschaffen.

In einem zweiten Schritt können die Kinder auf Forscherfragen zum Tod Antworten finden. Es ist spannend, Lebens- und Todeszeichen kennen zu lernen. Mit der im Koffer enthaltenen medizinischen Ausrüstung erforschen die Kinder Lebenszeichen an sich selbst und an ihren Freunden.

Sind all diese Punkte besprochen, können die Kinder das erlernte Wissen im freien Spiel umsetzen. Mit der beiliegenden Puppe spielen sie einen Todesfall nach. Kinder lernen, was zu tun ist, wenn jemand stirbt. Sie üben spielerisch Trauerrituale ein und lernen, wie sie ihren Gefühlen Ausdruck verleihen können. Durch diese Rollenspiele gewinnen sie Sicherheit im Umgang mit der Grenzsituation des Todes und können sich im späteren Leben den Anforderungen ähnlicher Situationen stellen.

Wird eine Projektwoche im Kindergarten oder in einer Schule durchgeführt, so startet diese mit einem Vortrag für die Eltern, in dem diese auf die Wichtigkeit des Themas hingewiesen werden und praktische Tipps erhalten, wie sie das Thema mit Kindern besprechen und Fragen von Kindern natürlich beantworten.

Jedes Kind bekommt ein „Timbuch“ oder ein „Georgbuch“, welches es mit nach Hause nehmen kann, um die Grundlage für Eltern- Kindgespräche zu legen. Für die Erzieherinnen wird das Timbuch auf überdimensionalen Zeigetafeln geliefert, damit es gut im Stuhlkreis verwendbar ist.

Wenn der Kindergarten oder die Schule das will, kann die Projektwoche auf den gesamten Ort ausgedehnt werden. Am Samstag der Timwoche wird im Ort ein „Tag der offenen Tür“ angeboten. Alle Geschäfte und Betriebe, die sich mit den Themen Trauer und Tod befassen, öffnen ihren Betrieb und stehen Rede und Antwort. Die Palette der Betriebe reicht vom Blumenhändler bis zum Bestatter.

Projekt Trauerarbeit mit betroffenen Gruppen ‚Leben fühlen – den Tod verstehen‘ 

Kindergärten und Schulen, die von einem akuten Trauerfall betroffen sind, können die Projektwoche in abgewandelter Form buchen. Wir unterscheiden zwei Fälle:

– ein Kind der Gruppe ist gestorben

– Angehörige eines Kindes sind gestorben.

In beiden Fällen ist eine kompetente Begleitung der Kinder wichtig, damit ein guter Umgang mit dieser Krisensituation gefunden wird. Die Projektwoche wird in diesem Fall von Trauerbegleitern des Bundesverbandes verwaister Eltern in Deutschland e.V. auf die einzelne Kindergartengruppe zugeschnitten. Auf Wunsch werden Erzieherinnen oder die Trauerfamilie in ihrer Trauer begleitet.

Ergänzend zu diesen Projektwochen haben wir das Konzept ‚Klassenreisen zurück ins Leben‘ entwickelt, das Schulklassen im Rahmen einer mehrtägigen Klassenfahrt dabei unterstützt, das Thema ‚Tod‘ nach einem akuten Trauerfall innerhalb der Klasse zu verarbeiten. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche von 8 – 18 Jahren.

Die Abwicklung

Die Sponsoren und die Presse werden gebeten, die Themen Tod und Trauer von Kindern aufzugreifen und publik zu machen, um Kindergärten in ganz Deutschland auf die Möglichkeit der Buchung einer Trauerwoche hinzuweisen. Interessierte wenden sich an Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V. in Leipzig oder direkt an SinnVoll Trauern

Projektleitung: Susanne Krieger Tel. 089-70 93 95 11

Nachwort und Bitte

Bitte nehmen Sie Ihre gesellschaftliche Verantwortung an und unterstützen Sie die Präventionsarbeit mit Kindern. Nur eine Gesellschaft, die den Tod als natürlichen Bestandteil des Lebens akzeptiert, ist eine Gesellschaft, die die Herausforderungen der Zukunft auf Dauer schultern kann.

 

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